Leistungsvergleich Privathaftpflichtversicherung

August 5, 2018

Die Privathaftpflichtversicherung schützt den privaten Versicherungsnehmer vor Schäden gegenüber einer dritten Person. Diese ist, im Gegensatz zur KFZ-Haftpflichtversicherung, keine Pflichtversicherung. Dennoch sollte man eine Privathaftpflichtversicherung abschließen, um gegebenenfalls hohe Schadensersatzkosten zu vermeiden.

Ausfalldeckung

Die Ausfalldeckung ist ein sehr wichtiger Punkt, wenn man bedenkt, dass laut der Stiftung Warentest jeder sechste Haushalt in Deutschland keine Privathaftpflichtversicherung abgeschlossen hat. Wenn der Versicherungsnehmer einen Schaden erleidet, in welcher Form auch immer, der Verursacher aber weder haftpflichtversichert ist, noch über sonstige eigene Mittel verfügt, wird der Schaden von der eigenen Haftpflichtversicherung übernommen. Der Versicherer gibt dem Versicherungsnehmer also Schutz, wenn eine versicherte Person zum Zeitpunkt eines laufenden Vertrages von einer dritten Person geschädigt wird und die dadurch entstandenen Schadenersatzkosten nicht erstattet werden können. Durch den zweiten Baustein Rechtschutz zur Ausfalldeckung werden auch eventuelle gerichtliche Kosten vom Versicherer übernommen, denn oft muss die finanzielle Lage des Schädigers noch geklärt werden.

Gefälligkeitsschäden

Angenommen, Sie helfen Freunden beim Umzug und dabei fällt Ihnen der Computer Ihres Freundes herunter und geht zu Bruch. Die Haftpflichtversicherung zahlt bei diesem Schadensbild nur für den entstandenen Schaden, wenn der Baustein Gefälligkeitsschäden abgedeckt ist. Denn bei solch einem Freundschaftsdienst ohne Bezahlung können Sie nicht haftbar gemacht werden und somit sonst auch kein Geld von der Versicherung bekommen.

Be- und Entladeschäden an fremden Kraftfahrzeugen

Dies ist ein weiterer wichtiger Punkt für Ihre Privathaftpflichtversicherung, denn solch ein Schaden kann schnell entstehen. Beispielsweise steht ein Großeinkauf in einem bekannten schwedischen Möbelhaus an, Sie leihen sich ein größeres Auto für den Rücktransport. Nach dem Einkauf laden Sie die schweren Kartons ins Auto und beschädigen es. Ihre Haftpflichtversicherung zahlt diesen Schaden nur, wenn Punkt Be- und Endladeschäden separat mit aufgenommen ist. Außerdem müssen Sie so nicht die eventuelle Vollkaskoversicherung der geschädigten Person in Anspruch nehmen und vermeiden somit unnötige, teure Hochstufungen der Prozente in der KFZ-Versicherung.

Versicherungssummen

Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein? Das ist eine Frage, mit der sich viele Personen beschäftigen. Sollte man 50 Millionen absichern oder reichen schon 3 Millionen aus? Angenommen Sie sind mit dem Fahrrad unterwegs. Sie übersehen eine ältere Frau, es kommt zu einem Unfall und die Dame stürzt. Sie bricht sich das Becken und den Arm. Solche Verletzungen sind dann meistens mit Operationen verbunden. Wenn die ältere Frau anschließend noch auf einen Rollstuhl angewiesen ist und eventuell Ihrer beruflichen Tätigkeit nicht mehr nachkommen kann, wandern die anstehenden Kosten schnell in die Millionenbeträge. Die Stiftung Warentest empfiehlt zurzeit eine Versicherungssumme von 5 Millionen Euro, diese sollte durchaus ausreichen. Wem bei dieser Summe noch etwas unwohl sein sollte, der steigert die Versicherungssumme auf 10 Millionen Euro und ist somit auf der sicheren Seite.

Schlüsselverlust

Abschließend wird auf den Punkt Schlüsselverlust eingegangen. Als Mieter einer Wohnung mit fremden Schlüsseln sollten Sie diesen Aspekt besonders in Betracht ziehen, denn so ein Schlüssel kann schnell abbrechen oder gar verloren gehen. Außerdem könnte es interessant sein, Schlüsselverlust von eigenen Dienstschlüsseln mitzuversichern, denn hier können durch zum Beispiel Schließanlagen hohe Kosten entstehen, wenn sie den betreffenden Schlüssel verlieren. Dies wird dann auch von der Versicherung übernommen. Häufig wird bei diesem Punkt mit einer Selbstbeteiligung von 150 Euro gearbeitet.