Sterbegeld- oder Risikolebensversicherung?

05.02.2020

Unterschiede zwischen Sterbegeldversicherung und Risikolebensversicherung

Bei der Risikolebensversicherung bestimmt man zu Beginn des Vertrages über die Laufzeit und damit automatisch über das Ende des Versicherungsschutzes. Tritt innerhalb der Laufzeit der Versicherungsfall (Tod der versicherten Person) nicht ein, endet der Vertrag inkl. der Beitragszahlung zum Ende des Vertrages. Alle bis dahin gezahlte Beiträge sind verloren.

Bei der Sterbegeldversicherung endet die Laufzeit des Vertrages tatsächlich erst zum Todeszeitpunkt der versicherten Person. Zu Beginn des Vertrags wird die Versicherungssumme bestimmt und die gewünschte Zahlweise. Die Zahlweise endet zum Beispiel zum 65., 75. oder 85. Lebensjahr, der Versicherungsschutz bleibt über diesen Zeitraum hinaus weiterhin bestehen, bis zum Ableben der versicherten Person.

Mögliche Versicherungssummen

Bei der Risikolebensversicherung ist die Versicherungssumme, also das Geld, welches im Todesfall der versicherten Person ausgezahlt wird, frei bestimmbar. Häufig werden Summen von 100.000 Euro oder mehr abgesichert. Bei vielen Versicherungstarifen kann sogar eine fallende Versicherungssumme vereinbart werden, hier reduziert sich der Versicherungsschutz von Jahr für Jahr um eine bestimmte Summe. Einige wenige Versicherungen bieten auch Tarife an in denen jedes Versicherungsjahr individuell versichert werden kann. Bei der Sterbegeldversicherung gibt es keine Möglichkeit eine höhere Versicherungssumme als 15.000 Euro zu wählen. Dies hängt mit den gesetzlichen Vorgaben zusammen. Allerdings steigt die Versicherungssumme jährlich um einen geringen Prozentsatz, um die gegenwärtige Inflation auszugleichen. Als Mindestversicherungssumme werden aktuell 7.000 bis 8.000 Euro empfohlen, denn so viel kostet aktuell eine Beerdigung im Durchschnitt.

Zielgruppen

Risikolebensversicherung wird zur Absicherung größerer finanzieller Risiken verwendet, zum Beispiel die Restschuld der Finanzierung fürs selbstgenutzte Eigenheim oder die Arbeitskraftabsicherung des Hauptverdieners in einer Familie mit Kindern. Die Sterbegeldversicherung dient in erster Linie dazu im Todesfall eine finanzielle Entlastung zu sein, um zum Beispiel um die Beerdigungskosten zu tragen und die Hinterbliebenen so finanziell zu entlasten.

Gesundheitsfragen

Bei der Risikolebensversicherung sind in der Regel umfangreiche Gesundheitsfragen notwendig. Die Fragen umfassen viele körperliche sowie auch psychische Erkrankungen. Bei der Sterbegeldversicherung sind die Gesundheitsfragen kurzgehalten, diese konzentrieren sich ehr auf alterstypische Erkrankungen wie Krebs, Herzkreislauferkranken, Diabetes, Nervenerkrankungen und psychische Erkrankungen. Sind bei der zu versicherten Person Erkrankungen vorhanden gibt es bei der Sterbegeldversicherung die Möglichkeit Tarife ohne Gesundheitsfragen zu wählen. Diese Tarife sind in der Regel etwas teurer und in den ersten Jahren wird eine Wartezeit vereinbart. Diese kann zwischen 18 und 36 Monaten betragen, in dieser Zeit hat die versicherte Person keinen Versicherungsschutz. Tritt der Todesfall ein, werden die eingezahlten Beiträge ausgezahlt. Ausnahmen für eine Auszahlung der Versicherungssumme innerhalb der Wartezeit gibt es allerdings, zum Beispiel zahlen einige Versicherungen bei Unfalltod die Versicherungssumme auch während der Wartezeit aus.

Steuerliche Unterschiede

Bei der Risikolebensversicherung ist die Auszahlung im Todesfall grundsätzlich an den Versicherungsnehmer steuerfrei. Sind im Vertrag der Versicherungsnehmer und die versicherte Person identisch, wird die Auszahlung über ein Bezugsrecht geregelt, dann kann die Auszahlung der Erbmasse der Erben zugerechnet werden und dadurch kann es zur Erhebung der Erbschaftssteuer kommen. Liegt kein Verwandtschaftsverhältnis zum Begünstigten vor, ist zu empfehlen als Versicherungsnehmer die Person zu benennen, die im Todesfall begünstig werden soll, versicherte Person wird dann die Person dessen Todesfall-Risiko versichert werden. Die Auszahlung aus der Sterbegeldversicherung ist grundsätzlich steuerfrei, da laut Erbschaftssteuergesetz (ErbStG) die entstandenen Beerdigungskosten steuerlich absetzbar sind. Ohne einen Nachweis erkennt das Finanzamt 10.300 Euro als Pauschal an, auch wenn die tatsächlichen Beerdigungskosten geringer waren. Bei höheren Kosten sind Einzelnachweise erforderlich.